Vor fast acht Jahren wurde im Juli 2017 die von uns finanzierte Phoenix-Schule als fünfte Zeltschule in der Beqaa-Ebene im Libanon eröffnet. Heute lernen dort jeden Tag 482 Kinder. Unglaublich, was in dieser Zeit alles erreicht wurde! Die Schule hat den Unterschied gemacht – im Leben der Kinder und ihrer Familien. Den Unterschied zwischen Bildung und Analphabetismus, zwischen Trauma und Perspektive, zwischen Kindheit und Kinderarbeit.
Obwohl die Situation in Syrien auch nach offiziellem Ende des Bürgerkriegs immer noch sehr fragil ist, hat Zeltschule e.V. in den letzten Jahren begonnen, auch wieder Schulen in Syrien zu eröffnen. Und im Herbst diesen Jahres ist das erste Camp vom Libanon zurück nach Syrien umgezogen – ein Meilenstein, mit dem viele Menschen nicht gerechnet hätten! In den nächsten Monaten werden weitere Camps samt ihrer Zeltschulen folgen – nicht nur weil der Druck und die Anfeindungen im Libanon stetig steigen, sondern auch weil der Wunsch der Geflüchteten nach Heimkehr verständlicherweise groß ist.
Auch die Menschen des Phoenix Camps sollen Anfang 2026 wieder in ihre Heimat Deir ez-Zor umziehen. Das ist einerseits eine großartige Neuigkeit, wie wir finden, aber andererseits doch auch (wieder) eine Reise ins Ungewisse – vor allem für die Kinder, die ja oft gar keine Vorstellung vom Heimatbegriff der Eltern haben. Gleichzeitig ist es die historische Chance für die Menschen, aktiv zur Lösung der größten Fluchtkatastrophe der Gegenwart beizutragen und am Wiederaufbau des Landes mitzuarbeiten. Unsere Familien verdienen es, an einem neuen Syrien mitzuwirken, und das können sie nur vor Ort.
Der Umzug eines ganzen Camps ist nicht nur sehr emotional für alle Beteiligten, sondern auch ein logistischer Kraftakt. Alle Zelte abzubauen, alle Habseligkeiten einzupacken, dann Menschen und Kisten mit Duzenden LKWs über die Grenze zu bringen, um dort alles wieder aufzubauen, ist eine große Herausforderung. Die Phoenix Schule wird vor Ort nicht mehr in Zelten, sondern in einem festen Gebäude untergebracht sein, aber wohnen müssen die Familien auch zuhause in Syrien weiterhin im Zelt, denn Wohnraum ist fast flächendeckend zerstört und die Menschen stehen vor dem Nichts.
76€ kostet es, eine Familie in die Heimat zurückzubringen und sie dort wieder unterzubringen. Für das ganze Phoenix-Camp kämen wir damit auf Gesamtkosten von 21.888€. Wir hoffen sehr, dass wir das Geld zusammen bekommen, um die 288 Phoenix-Familien und die knapp fünfhundert Kinder zurück in ihre Heimat zu bringen! Selbstverständlich kann unsere Hilfe nicht mit der Heimkehr aufhören, denn auch in Syrien müssen die Kinder unterrichtet und die Familien versorgt werden. In Deir ez-Zor werden nicht nur die Phoenix-Kinder die Schule besuchen, sondern auch viele neue Kinder, die bereits dort leben und bisher noch nie in der Schule waren. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler wird sich fast verdoppeln! Wir wollen unser Bestes geben, um den Umzug und die Weiterfinanzierung der Schule möglich zu machen – und hoffen von Herzen, dass ihr uns mit einer Spende dabei unterstützen könnt.



